Trostberg – Gedenkstätte eröffnet

Zwei Informationstafeln erinnern jetzt an das KZ – Außenlager Trostberg – über 130 Teilnehmer bei großer Gedenkveranstaltung

Karl Freller und Walther Heinze erinnern in würdiger Veranstaltung an das KZ – Außenlager Trostberg

Pfarrvikar Andreas Maria Zach nahm als Vertreter der katholischen Kirche an dieser würdigen Gedenkveranstaltung teil. Mahnend sagte er unter anderem wortwörtlich : “ Es geht ganz schnell, daß eine Demokratie in eine Diktatur übergeht!“

Rhetorisch schwach: der noch amtierende Trostberger Bürgermeister Karl Schleid war für diesen würdigen Gedenktag nicht nur unpassend angezogen ( braune Lederjacke), sondern hatte von allen Rednern den schwächsten Auftritt. Während sich SPD – Altbürgermeister Walther Heinze tiefgründig mit dem Thema KZ – Außenlager Trostberg beschäftigte, erinnerte sich der Trostberger CSU – Bürgermeister Karl Schleid daran, daß er als junger Polizist gegenüber vom KZ Dachau stationiert war.

Walther Heinze, Ernst Schilder und Karl Freller. (v.l.n.r.)

Die Beziehung von MdL Karl Freller zu Trostberg

Als der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Karl Freller ( MdL seit 1982!), am Treffpunkt vor der evangelischen Christuskirche in Trostberg ankam, ging er als einziger sofort in die Kirche zum Beten. Der gläubige CSU – Politiker aus Schwabach bei Nürnberg war ein enger Freund des legendären Politik – Chefs der Nürnberger Zeitung ( NZ) Siegfried Aigner. Dieser und sein Bruder, der langjährige CSU – Europaabgeordnete Dr. Heinrich Aigner, waren Verwandte der beiden Millimadl’n ( Adelinde Vohburger und Roswitha Kirchleitner) vom traditionellen Milchgeschäft Aigner am Trostberger Marienplatz. Das Milchgeschäft Aigner befand sich direkt neben der katholischen Kirche Sankt Andreas in Trostberg.

Der CSU – Europaabgeordnete Dr. Heinrich Aigner gilt als einer der entscheidenden Gründungsväter der Europäischen Union und war mit dem langjährigen CDU – Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer und dem französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle auf Du und Du.

Sowohl Dr. Heinrich Aigner als auch der politische Journalist Siegfried Aigner verbrachten große Teile ihrer Kindheit bei ihren Verwandten in Trostberg. Diese betrieben den traditionellen Milchladen Aigner neben der katholischen Kirche Sankt Andreas und waren zudem über Generationen hinweg , hauptberuflich als katholische Pfarrmesner tätig.

 

Verstanden sich bestens: SPD – Altbürgermeister Walther Heinze und der prominente CSU – Politiker Karl Freller.

Trotz klirrender Kälte hervorragender Besuch der KZ – Gedenkveranstaltung Trostberg mit bezeichnenden Ausnahmen

Kommentar
von Klaus Kirchleitner

Man muß den Verantwortlichen der Bürgerinitiative Erinnerungskultur Trostberg und Umgebung ein großes Lob aussprechen.
Trotz klirrender Kälte kamen mehr als 130 Bürgerinnen – und Bürger der Alzstadt zur Eröffnung des Gedenkortes mit zwei Informationstafeln in unmittelbarer Nähe des ehemaligen KZ – Außenlagers Trostberg.
Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, wer nicht zu dieser hochkarätig besetzten Veranstaltung gekommen ist.
Es fehlten der ehemalige Pressesprecher der Süddeutschen Kalkstickstoffwerke (SKW Trostberg) Rainer Lihotzky, viele CSU – Stadträte wie beispielsweise der Gärtnermeister Hans Peter Fenis oder die sehr katholisch geprägte CSU – Stadträtin Irmi Leineweber.
Aber auch der farblose CSU – Bürgermeisterkandidat Dominic Geiger glänzte durch Abwesenheit. Den Verantwortlichen des Trostberger Chemiestandortes hat angeblich die Aufarbeitung dieser sehr dunklen Seite der Trostberger Stadthistorie nicht sonderlich gefallen.
In seiner Funktion als Direktor der Stiftung Bayerischer Gedenkstätten ist trotzdem ein ganz Großer des bayerischen Parlamentarismus nach Trostberg gekommen. Der Schwabacher CSU – Politiker Karl Freller ist derzeit der am längsten amtierende Abgeordnete eines deutschen Parlaments. Seit 43 Jahren hat der sympathische Schwabacher Sitz und Stimme im Bayerischen Landtag.